Wer frohlocket denn schon des morgens?!

»Nun, ist es nicht so, dass uns dieses Thema alle betrifft?« fragte ich Superklonico, »aufwachen, beziehungsweise aufwecken lassen müssen wir uns ja alle, und jedes Mal ist es für ein jeden in gewisser Weise ja auch ein Anfang!« philosophierte ich. »In welchem jedes Mal auch schon ein Ende steckt!« retournierte mein Klon.
Ich frage mich zwar jedes Mal wieder, wieso diese Anfänge stets so früh vonstatten gehen müssen, doch Superklonico, diese Seele von einem äh, Dings, kennt da kein Pardon, ich könnte ihn jedes Mal knuddeln dafür! Jaaa, knuddelln könnt ich ihn! Ich könnte ihn so was von, aber egal, ich schweife ab, was mir eher selten passiert, drum hurtig zurück zum Thema; das Wecken (Anfang), ich erinnere mich. Und da ist es doch einzig und allein eine Frage des wie, also der Technik, ist es nicht so? Oh ja! Soll es das Vöglein sein, welches mir den Morgen in hektischem Gepfoffe verkündet? Oder doch der Laubbläser, welcher seine luftigen Verwirbelungen so geräuschvoll zu untermalen weiß? Hach, es ist so schwierig sich zu entscheiden, da wäre nämlich auch noch der gutstgelaunte Radiomoderator, dessen zappeliges Gesummse meinen Elan in einer weiteren Art der Folter zu erwecken ersucht. Was auch immer es sei, bei den beiden letzten Varianten wünscht man sich das Ende (Einschlafen) schleunigst herbei. Das Vogelgezwitscher aber hatte sich zwar als sehr verlässlich, auf unseren interstellaren Reisen allerdings – aus Ermangelung an Garten, Natur und Vögel im Orbit – als nicht praktikabel herausgestellt, sodass Superklonico jeweils gezwungen ist, sich in ein Vogelkostüm zu quetschen und auf einer, mirnichtsdirnichts an die Raketendecke gedübelten Schaukel, morgendliche Zwitschereien von sich zu geben. Somit ist das Problem mit dem Anfang schon mal gelöst. Da ich aber leider auch ein mieser »Beendiger« (Einschläfer) bin, muss für diese Krux ebenfalls noch eine adäquate Lösung her. Ich mag ja Walgesänge so gern. Da muss sich mein schlauer Klon wohl noch was einfallen lassen.

Anmerkung: Mit diesem Text nehme ich am diesjährigen »Bookdate Contest« des BOD-Verlages, in der Kategorie »Fantasy/Sci-Fi« teil. Vorgaben waren das Thema »Anfang oder Ende?« und eine Länge zwischen 100 und 2000 Zeichen.